Die Menschheit: Krone der Schöpfung oder Eiterbeule am Arsch des Universums?

Ich zitiere: “Anstelle der unwirksamen, undurchführbaren oder fehlenden Bestimmung gilt eine solche wirksame und durchführbare Bestimmung als zwischen den Vertragspartnern vereinbart, wie sie die Vertragspartner [...] vereinbart hätten, wenn ihnen beim Abschluss dieser Vereinbarung die Unwirksamkeit, Undurchführbarkeit oder das Fehlen der betreffenden Bestimmung bewusst gewesen wäre.”

Alles klar soweit? Ich denke, mit dieser Klausel wird das Aufsetzen von Verträgen endgültig nicht nur vereinfacht, sondern auch gnadenlos optimiert. Ich kann somit nämlich jeglichen Mist in den Vertrag schreiben, der mir grad einfällt, hinterher kann man dann wohlwollend unterstellen, die eigentlich vernünftigen Bestimmungen, die gar nicht im Vertrag drinstehen, hätte ich sicherlich gewählt, wenn ich nur drauf gekommen wäre. Vor allem in Bezug auf das Fehlen von Bestimmungen könnte sich diese Klausel als genial erweisen, da wir hier sozusagen die Möglichkeit haben, einen Vertrag ohne irgendwelche Bestimmungen aufzusetzen. Da ich kürzlich mit dem Entwurf eines Vertrages befasst war, was mir nicht unerhebliches Kopfzerbrechen bereitete, kann ich mich da schon ein bisschen ärgern, dass ich nicht einfach geschrieben habe: “Zwischen den Vertragspartnern wird vereinbart, dass Dingenskirchen.” Dazu ergänzend dann die obige Superklausel und fertig.

Dennoch ist der Mensch Teil der Menschheit und somit der Fauna des Planeten Erde. Dies mag zunächst vielleicht überraschen, ist aber unbestreitbar wahr. Man könnte behaupten, nur die allererlesenste Spezies sei in der Lage, dermaßen geniale soziale Arrangements auszutüfteln wie ich anhand obigen Beispiels kurz zu illustrieren mich bemühte. Ebenso statthaft ist sicherlich eine gegenteilige These, derzufolge nur die Ausgeburt des Teufels zu solch manipulativen Kunstgriffen zu greifen bereit und das alles total krank sei. Ich persönlich scheue mich vor einer endgültigen Festlegung, da mir scheint, dass dies alles auch immer irgendwo stimmungsabhängig ist. Als sicher belegt hingegen kann angesehen werden, dass wir alle (sogar du) Produkt der Evolution sind, inklusive unserer alles Leben bedrohenden Technologie und Massenvernichtungswaffen. Hat sich die Evolution hier einen Schnitzer erlaubt oder nur einen Scherz, mag manch einer da fragen? Und begeht damit den immer wieder gemachten alten Fehler: Die Umstände unserer Entwicklung werden personifiziert. Während die meisten bisher gelebten Menschen diese Dinge diversen Göttlichkeiten zuschreiben, läuft auch der moderne Darwinist Gefahr, die Evolution als eine vernunftgeleitete und bewusste Instanz aufzufassen und entwickelt sich somit zurück zum tumben Kreationisten. Wir sind aber nicht hier, weil das gut oder schlecht ist, sondern, weil wir eben hier sind, so meine bescheidene Überzeugung. Daher ist es unter dem Strich meines Erachtens auch nicht statthaft, uns unsere Existenzberechtigung nunmehr abzusprechen, indem man uns als völlig unnatürliche destruktive Kraft oder Krankheit des Planeten betrachtet. Ganz zu schweigen von meiner ganz persönlichen Unlust, nicht zu existieren. Da würde ich mir ja ein dickes Ei legen, wenn ich mir jetzt das Dasein verböte!

Manch Wunderwerk bringt ja auch die Menschheit hervor, vergessen wir das nicht andauernd. Meier zum Beispiel ist auch nach 35 Jahren Bühnenerfahrung noch in der Lage, an einem einzigen Abend 27 Songs live vorzutragen und danach noch bis morgens um sieben zu feiern – ohne sich am nächsten Tag schlecht zu fühlen! Es ist wahr, ich hab´s gesehen, es war letztes Wochenende. In Polen werden die erstaunlichsten und unterschiedlichsten Sorten Wodka gebrannt, auch das kann ich positiv bestätigen, da Heyl dort immer die Schnapsläden leerkauft und mich an der Beute teilhaben lässt. Man kann mit etwas Geschick und Raffinesse die schlechteste Musik so dekonstruieren und neu zusammenschneiden, dass wahrlich traumhafte Klänge ertönen – Plate macht es jeden Tag.

Der aufmerksame Leser ahnt: Ich möchte darauf hinaus, die Daseinsberechtigung der menschlichen Rasse schon allein durch die Existenz der Platemeiercombo zu begründen. Und wer mir in diesem Punkt widersprechen will, kann das gerne tun – mir ist das aber herzlich egal.

Ein Gedanke zu “Die Menschheit: Krone der Schöpfung oder Eiterbeule am Arsch des Universums?

  1. Falls jemand die Lesbarkeit des Textes kritisieren möchte: Ich entschuldige mich zumindest dafür, dass keine richtigen Absätze erkennbar sind. Ich habe alles versucht, aber heute werden von mir eingefügte Absätze offenbar nicht erkannt.

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