Konzert als support für Freddy Fischer – Saunaclub – Wolfsburg, Niedersachsen – 10/10/15

Was ist los
Konzert als support für Freddy Fischer
Wann
Samstag, Oktober 10, 2015
20:00 - Alle Altersgruppen
Wo
Schachtweg 31
Wolfsburg, Niedersachsen 38440
Weitere Infos
Freddy Fischer and his Cosmic Rocktime Band gastieren im Sauna Klub, und wir sind die Vorgruppe. Ein Fest!

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Album- Release-Party – Riptide-Café – Braunschweig, Niedersachsen – 25/09/15

Was ist los
Album- Release-Party
Wann
Freitag, September 25, 2015
20:00 - Alle Altersgruppen
Wo
Handelsweg 11
Braunschweig, Niedersachsen, Deutschland 38100
Weitere Infos
Weil unser neues Album Castafiore auf CD und erstmals auch LP erschienen ist, zelebrieren wir dieses Werk in Form eines Konzerts. Als Vorgruppe bringen wir uns selbst in Form von Müller Meier Rosenmüller mit.

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Ich krieg Ohrensausen

Neuerdings scheint es in Bezug auf Musik, oder zumindest Gesangsdarbietungen, nur noch ein einziges, dafür aber notwendiges und hinreichendes Qualitätskriterium zu geben: Hat der Hörer eine Gänsehaut bekommen oder nicht? Ich frage mich, wieso ausgerechnet Gänsehaut? Wieso nicht Schluckauf? Nasenbluten? Durchfall? Spontanes Erbrechen? „Du“, könnte man sagen, „das hast du so schön gesungen, ich habe richtig Sodbrennen!“ Hauptsache, überhaupt eine physiologische Reaktion, oder? Bei negativen, aber auch in positiven Zusammenhängen auftretenden, vegetativen Phänomenen fallen mir noch ein Herzrasen und Schweißausbrüche.

Klar, auch ich habe manchmal Gänsehaut bekommen, wenn ich Musik besonders toll fand. Bei Gesangswettbewerben im Fernsehen, wo das neue Qualitätskriterium offenbar geprägt wurde, tritt diese Reaktion aber oft schon bei den allerbanalsten Schnulzen auf, die dann automatisch gut sein müssen, oder jedenfalls besonders gut dargeboten, da sie bei jemandem so etwas auslösen konnten. Da nun heute sicherlich weniger die Kritiker, die früher ja vor allem durch Sachverstand ihre Funktion erarbeitet hatten, sondern irgendwelche Prominenten, die nicht mal unbedingt mit der Materie vertraut sein müssen, die offiziell gültigste Meinung zu einem Gesangsvortrag abgeben müssen, ist es wenig verwunderlich, dass ein x-beliebiges Kriterium bemüht wird, um alles, was es zum Thema Qualität zu sagen gibt, damit zu erschlagen. Dabei fände ich eine Sängerin, die es jedesmal schaffte, dass ich Nasenbluten kriegte, doch mindestens genauso gut. In der Regel wird auch von irgend jemandem etwas dazu geäußert, ob alle Töne richtig waren, oder ob ein falscher dabei war. Das interessiert aber im Grunde niemanden, da die physiologische Reaktion das letzte Wort hat. Vorerst. Das allerletzte Wort haben natürlich immer die Verkaufszahlen. Wer viel verkauft, hat immer Recht, also Qualität abgeliefert. Da macht es dann auch nichts mehr und kann somit nicht in die Waagschale geworfen werden, wenn viele sich spontan erbrechen mussten.

Eine differenzierte Qualitätsbewertung gängiger Popmusik ist aber auch gar nicht so einfach. Einige strukturelle Merkmale gelungener Kompositionen sind beispielsweise nicht mehr üblich. Der Genuss an einem wirklich gut komponierten Musikstück ist den Menschen heute offenbar weniger wichtig als früher, die Leute wissen unter Umständen gar nicht, was sie versäumen, wenn sie lediglich darauf achten, ob sie bei einem Musikstück innerhalb der ersten 30 Sekunden eine Gänsehaut bekommen; aber so etwas in der Art haben die Alten ja auch schon immer gesagt. Die Jungen genießen eben anderes; ich bin mir auch selbst nicht sicher, ob mir mit 13 an meinen Lieblingssongs besonders gut gefiel, dass sie zwei Höhepunkte hatten: einen kleinen kurz nach der Hälfte und einen großen kurz vor Schluss. Dabei ist mittlerweile wissenschaftlich erwiesen, dass gerade dann besonders viele Glückshormone im Gehirn ausgeschüttet werden, logischerweise unabhängig von Musikstil und Inhalten. Diese Produktion körpereigener Rauschmittel kann aber halt auch nur derjenige erleben, der sich Musikstücke ganz anhört, idealerweise mehrmals. Um dem Reinzappenden eine Gänsehaut zu verschaffen, müssen andere Merkmale erfüllt sein, z.B. der Bruch mit einer zuvor aufgebauten harmonischen Erwartung, der nachweisbar zu einer Dopaminausschüttung führt. Eine harmonische Erwartung lässt sich eventuell schon in so kurzer Zeit wie 30 Sekunden aufbauen und brechen, ich glaube aber ehrlich gesagt gar nicht mal unbedingt, dass die Gänsehauthaber im Fernsehen solch komplexe Prozesse in ihren Hirnkästen bemühen, um etwas ganz toll zu finden. Zudem sollen ja auch meist nicht die Kompositionen, sondern der Vortrag bewertet werden. Was möglicherweise hilft, ist ein gewisses Maß an Dummheit des Rezipienten, weil man mit dieser schon auf so einfache Sachverhalte wie „Song wird mit großer emotionaler Beteiligung gesungen“ erregt reagieren könnte, also auch physiologisch fühlbar mit z.B. Gänsehaut oder vermehrtem Speichelfluss (letzteres besonders auch dann, wenn sich bestimmte optische Merkmale des/der Vortragenden hinzugesellen).

Und schon wieder komme ich ins altväterliche Meckern; dabei habe ich eigentlich gar nichts gegen die Hörgewohnheiten anderer Leute. Es gibt ja auch welche, die gar keine Musik hören und stattdessen lieber Stabhochspringen anschauen, soll ich mich etwa darüber ärgern? Nein, liebe Freunde, das wäre absolut sinnlos, aber deswegen muss ich mir ja trotzdem nicht so ein paar Gedankengänge verbieten, oder?

Reise in die Stadt Loleks und Boleks

Vom 11. bis 14. Juli waren wir als Kulturabgesandte der Stadt Wolfsburg in der schönen schlesischen Stadt Bielsko-Biala, die eine der Partnerstädte unserer niedersächsischen Kleinmetropole ist. Und wir kommen ja alle mehr oder weniger aus Wolfsburg, wenngleich auch nur einer von uns noch immer nicht von dort weggekommen ist. Somit konnten wir uns schon als qualifiziert betrachten und wurden auch von städtischen Honoratioren für angemeseen befunden, Wolfsburger Kultur nach Polen zu tragen. Eine große Ehre, versteht sich, und wir waren auch stolz wie Bolle, sogar Meier.

meier stolz

Was wir gar nicht wussten, war aber, dass dort ein regelrechtes Partnerschaftsfestival stattfand, bei dem neben uns auch Gäste aus Rumänien, Serbien, Berlin und Tschechien auftraten (nebst unter Umständen noch weiteren, von denen ich dann gar nichts mitbekommen habe, wer will das schon so genau wissen?). Diese Idee ist nun zum Einen schon mal sowieso großartig, zum Anderen aber noch besser, wenn man die minutiöse Organisation und verschwenderische Gastfreundschaft der örtlichen Verantwortlichen einbezieht. Es fehlte uns an nichts, das kann ich schon mal vorausschicken. Uns ebenfalls unbekannt war bis dahin, dass die in unserer Kindheit so geschätzten Zeichentrickfiguren Lolek und Bolek, die in mir schon vor diversen Jahrzehnten eine gewisse Sympathie für Polen erzeugten, in eben dieser Stadt erfunden wurden. plate mit lolek und bolek

Ich will nun etwas (chrono)logischer fortfahren und einen komplett subjektiven Kurzbericht der Reise abfassen.
Los ging es mit von der Stadt Wolfsburg gestelltem Bulli samt Fahrer um sieben Uhr morgens, was bestialisch ist, aber aufgrund der langen Fahrtstrecke notwendig war. Zum Glück (was man nicht zum letzten Mal dachte) hatten wir als Faktotum und Roadie unseren alten Weggefährten Fritz dabei, dem es gelang, unser Equipement und uns selbst in dem an sich zu kleinen Transporter zu verstauen (außer der Bassdrum, die musste zuhause bleiben). Geradezu übertrieben klischeehaft muteten die ersten Eindrücke von Polen nach der Grenze an: Die Piste holprig und schier blasenzerfetzend für solche Bandmitglieder, die es so langsam aber sicher mal für angeraten gehalten hatten, mit dem Biertrinken anzufangen (schließlich war man ja auf Tour mit sowas wie einer Rockband), die von Fahrer Uli zielstrebig angesteuerte Raststätte ein desolates Stück Einöde, dessen beste Zeiten lange vergangen und auch nicht gerade rosig gewesen sein mochten. Immerhin eignete sich das Fleckchen für das geschulte Auge von Allrounder Fritz als Motiv einiger gelungener Fotos, die es vielleicht mal auf ein Cover schaffen, da der Arbeitstitel des kommenden Albums dazu ziemlich gut passen würde (dazu aber mehr in ein paar Jahren). die insel der glückseligkeit Und ich kaufte mir von den an Ort und Stelle eingetauschten Zloti erstmal ein Bier, um dann enttäuscht festzustellen, dass es sich um ein alkoholfreies handelte, um dann wieder aufzuatmen bei der Feststellung, dass man in Polen mit “alkoholfrei” ein Bier mit wenig Alkohol (1,1 %) meint.

Abends checkten wir im Hotel ein, ein etwa zwei Jahre altes Bauwerk außerhalb der Stadt, das an Modernität und Komfort keine wesentlichen Wünsche offen ließ. Nur eine etwas länger geöffnete Bar hätte nicht geschadet (oder eben gerade). Abends wurde uns dort erstmal ordentlich aufgetischt. Wir lernten unseren örtlichen Betreuer Jacek kennen, der sich fortan um alles kümmern musste, was wir auf dem Herzen hatten (zum Beispiel eine Bassdrum organisieren, was ihm aber nicht so recht gelang. Plate aber zum Glück schon). Als studierter Politikwissenschaftler und nunmehr städtischer Beamter hatte er schon schwierigere Aufgaben gemeistert, denke ich. Etwas förmlich verlief das Bankett, an dem auch die serbischen und rumänischen Kollegen und Kolleginnen teilnahmen, allerdings an anderen Tischen; wir wurden sauber voneinander ferngehalten, keine Ahnung, ob man plötzlich und unvermittelt aufflammende Aggression, Hass oder aber Begierde fürchtete. Jedenfalls wurden wir hierbei auch mit der schlesischen Küche vertraut gemacht, also satt. Überhaupt kann man behaupten, dass sättigende Nahrung in der von uns besuchten Gegend offenbar noch sehr ernst genommen wird. Dass zwei von uns kein Fleisch essen, war zum Glück im Vorfeld schon bekannt gegeben worden, führte aber hier und da dennoch offenbar zu gewissem Kopfzerbrechen und zeigte damit auch, wie wenig vertraut man mit dem Konzept des Etwas-nicht-essen-Wollens in Polen möglicherweise derzeit noch ist.

Nach einer eher ruhelosen Nacht, die auf die schon am Freitag hohen Temperaturen zurückzuführen war, erwartete uns ein noch heißerer Samstag (34 Grad). Polenkenner Heyl merkte hierzu an, dass wir es in dieser Weltregion mit kontinentalem Klima zu tun hätten, was kalte Winter und heiße Sommer bedeute. Nun ja, was soll ich sagen, die Hitze war geradezu erdrückend. Glücklicherweise hatten unsere Betreuer für diesen Vormittag eine erfrischende Sause auf den nahegelegenen Höhenzug vorgesehen. in der seilbahn

Nichtsdestotrotz blühte uns natürlich am Nachmittag noch ein Auftritt in der in jeder Hinsicht überhitzten Altstadt, nach einem Mittagessen in einem dort gelegenen Bistro, das es verstand, sich auf vorteilhafte Weise noch etwas von dem nüchternen Charme der kommunistischen Ära zu erhalten. Der Marktplatz war voller Leben, und man hatte eine riesige Bühne mit allem Pipapo aufgebaut, auf der wir uns austoben sollten. Hervorragende Techniker zauberten uns in Minutenschnelle einen idealen Sound, vor der Bühne saßen auf aufgereihten Holzbänken diverse zum Teil erheblich alkoholisierte und zum Teil außerordentlich betagte Zuschauer, die unserem Beitrag wohlwollend lauschten. Ich persönlich war ja auf dieses Experiment, vor Publikum zu spielen, das unsere Sprache nicht beherrscht, ziemlich gespannt; ist es doch häufig so, dass man behauptet, unsere Musik sei nur bei hundertprozentig akkurater Sprachverständlichkeit wirklich gut, wohingegen ich stets behaupte, dass Musik eben nicht nur Text sei und wir auch musikalisch einiges zu bieten haben. Wollte ich in erster Linie verbale Botschaften senden, würde ich ja nur Essays schreiben, oder halt Kolumnen oder wie auch immer man das nennen will. Songs schreibe ich aber in erster Linie aus einer musikalischen Leidenschaft heraus. Zu einem guten Song goutiere ich meist auch möglichst ansprechende Lyrik, deswegen mache ich nicht nur Instrumentalmusik. Das polnische Publikum jedenfalls bestätigte eher meine These, dass die Platemeiercombo auch ohne Kenntnis textlicher Inhalte zu unterhalten versteht. Entsprechend lockerte uns der erste Auftritt auch auf, weil er uns klar machte, dass wir das hier so bringen konnten.
live am ersten abend
backstage heyl meier fritz

Abends wurde dann gefressen. Für die Vegetarier gab es zu den Pommes und Bratkartoffeln in Ermangelung einer besseren Ideee Kartoffelpuffer. Machte aber nichts, denn es war vorzüglich gekocht und natürlich ausgesprochen nahrhaft. Dazu gab es selbstgebrautes Bier in mehreren Varianten, das man selbst zapfen durfte.
nachtschwüle stadt
Da man uns anschließend sofort wieder ins Hotel karren wollte, wir aber das lebendige Treiben auf dem sommerschwülen Marktplatz noch etwas aufsaugen wollten, fuhren wir mit dem für uns organisierten Bus nicht mit, was Jacek kurzfristig in Panik zu versetzen schien, da er uns offenbar nicht zutraute, mit dem Taxi zum Hotel zurückzufahren. Keine Ahnung, was uns auf Fremde so doof wirken lässt. Die Taxifahrt war übrigens ganz unproblematisch, obwohl wir eigentlich einer zu viel waren. vier mann im taxifond

Am nächsten Morgen war dann eine Schlossbesichtigung geplant, die Meier und Fritz allerdings verschliefen. Der Rest von uns hastete durch das Gebäude den sichtlich uninteressierten Rumänen und Serben hinterher. Anschließend teilte man sich auf; während Plate und ich uns von Jacek bei einem kleinen Statdrundgang über die bewegte Geschichte Bielsko-Bialas aufklären ließen, schloss sich Heyl den jungen Rumänen und Serben an, um Paintball zu spielen. Sichtlich verschämt gestand er uns später auf Nachfrage, dass er das martialische Spiel gewonnen habe, nach dem Motto “der Deutsche hat mal wieder alle abgeballert.” Von diesem Vormittag gibt es keine Fotos, da als Fotograf ja der noch komatöse Fritz fungierte.

Am Nachmittag war dann wieder Konzert angesagt, und wir hatten einige gute Vorsätze: weniger langsame Lieder spielen, absoluten Enthusiasmus ausstrahlen, grinsen wie die rumänsichen und serbischen Volkstanzgruppen. Es gelang. Das Publikum reagierte mit Bravo-Rufen, und wir hatten wieder einmal etwas dazugelernt, das es nunmehr gilt, nicht gleich wieder zu vergessen.
live am zweiten abend

meier action

shake it heyl

sing bloß ordentlich platedie gesamtsituation

Nach getaner Arbeit wurde dann gemeinsam gefeiert, diesmal mit etwas offiziellerem Anstrich: auch der Bürgermeister von Bielsko sowie die Wolfsburger Offiziellen-Delegation, die mit dem Flugzeug angereist war und in einem gediegeneren Hotel logierte, nahm teil. Die Wirte fuhren mal wieder tierisch auf, es wurden bei abgedunkelter Saalbeleuchtung riesige Schweinebraten, in denen Feuerwerk abgefackelt wurde, präsentiert. Dazu gab es Lammbraten. Vegetarier bekamen Fisch (echte Vegetarier allerdings, wie Meier einer ist, essen natürlich auch solchen nicht. Aber wie soll ich sagen – die Beilagen waren allemal nahrhaft genug.). Einige der Rumänen fiedelten dann noch ordentlich was, wozu ein spaßiger Tanzreigen begann. Es begann tatsächlich, Partystimmung aufzukommen. Aber natürlich hieß es dann vollkommen unvermittelt, dass nun die Busse führen. Wir fragten uns: Wohin mit der gelösten Stimmung, mit dem Wissen um das bestandene Abenteuer, der bierseligen Laune? Schließlich hatte man uns kurz zuvor darüber informiert, dass in den Bieren jeweils auch ein Wodka gewesen sei, so dass unser Vorsatz, heute nur ein paar Bierchen zu trinken, ohnehin aufs Eulenspiegelhafteste ad Absurdum geführt worden war. Vor der Eingangstreppe des Hotels hockten wir nun und konnten nicht ins Bett. Für diesen Fall hatten wir keine Vorsorge getroffen. Anders die Berliner Swingexperten unter der Führung des 84-jährigen Horst “Papa” Hentschel, die solche Situationen auf der Basis jahrzehntelanger Erfahrung zu antizipieren wussten und eine Kiste Bier bereit hielten. Sie gaben uns netterweise davon was ab, so dass wir noch ein bisschen feiern konnten und mir die Hoteltreppensituation eigentlich als die Schönste des ganzen Trips in Erinnerung geblieben ist. letzter abend vor hotel

letzter abend vor hotel2

Je nun, der Montag führte uns dann nur noch müde, aber bereichert und dauerkartenspielend zurück in die deutsche Realität. Wenn wir dürfen, werden wir diese Reise gern noch einmal unternehmen.

abschied von papa hentschel

meier und sein berliner amtskollege

Castafiore – das neue Album

Die CDs sind heute angekommen! Nun warten wir noch auf die Vinylversion, aber ihr könnt natürlich ab sofort auch erstmal CDs haben. Bestellungen über nesselhag@gmx.de, oder in jedem xbeliebigen Plattenladen.

 

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Friedhelm Nesselhag sagt zunächst freundlicherweise nur folgendes über dieses Werk:

“Auf ihrem fünften und bisher besten Album verfolgen die Musiker ihre Reise durchs Universum ihres Independent-Jazz-Pops konsequent weiter. Zwölf neue Songs aus der Feder von Bandleader Müller bestechen mit lockeren Grooves, die häufig auf lateinamerikanischen Grundmustern basieren, gekonnt komponierten Harmonien und melodieseligen Hooks. Hochgradig eingängig und doch einzigartig, mal humorvoll und mal wehmütig, erzählen sie von den kleinen und großen Schwierigkeiten eines Exemplars der Spezies Mensch im 21. Jahrhundert.”

Eine ausführliche Rezension behalte er sich jedoch vor, falls jemand bereit sein sollte, diese angemessn zu vergüten (sind wir nicht).

Müller & die Platemeiercombo Konzert – Bielsko-Biala – Bielsko-Biala – 14/06/15

Was ist los
Müller & die Platemeiercombo Konzert
Wann
Sonntag, Juni 14, 2015
keine Uhrzeit - Alle Altersgruppen
Wo
Bielsko-Biala (Karte)
Bielsko-Biala, Polen
Weitere Infos
Im Rahmen einer Städtepartnerschaft gastieren wir in Polen als Repräsentanten der Stadt Wolfsburg. Wir spielen zwei Abende, vermutlich unter freiem Himmel, vermutlich gegen Abend, vermutlich ohne Eintritt. Wer hin will, darf uns gern nach konkreten Details fragen!

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Müller & die Platemeiercombo Konzert – Bielsko-Biala – Bielsko-Biala – 13/06/15

Was ist los
Müller & die Platemeiercombo Konzert
Wann
Samstag, Juni 13, 2015
keine Uhrzeit - Alle Altersgruppen
Wo
Bielsko-Biala (Karte)
Bielsko-Biala, Polen
Weitere Infos
Im Rahmen einer Städtepartnerschaft gastieren wir in Polen als Repräsentanten der Stadt Wolfsburg. Wir spielen zwei Abende, vermutlich unter freiem Himmel, vermutlich gegen Abend, vermutlich ohne Eintritt. Wer hin will, darf uns gern nach konkreten Details fragen!

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Urlaubsnotizen

Warum wird eigentlich der Hörgenuss vertieft, wenn man sich an einem Strand befindet, man in allen Richtungen bis zum Horizont blicken kann, der Himmel entsprechend weit erscheint und man per Kopfhörer Musik hört, und sei es auch nur mit einem billigen mp3-Player? Ich befinde mich derzeit zum wiederholten Male an so einem Ort und habe in den letzten Tagen festgestellt, dass Werke von so unterschiedlichen Künstlern wie Billy Idol, David J, Dennis Wilson, Gravenhurst, Robin Guthrie mit Mark Gardener, Kaltmiete, Ludovico Einaudi, Drug Cabin, Murder At The Registry, Max Eider, Lana Del Rey, Baxter Dury, Jan Hammer und Müller & die Platemeiercombo ungeahnte Ekstasen hervorrufen können, die noch weit darüber hinausreichen, was man ohnehin schon bei ihnen empfand, wenn man sie in dieses Ambiente verlegt. Versteht man Musik besser, wenn Kopf und Herz offen und frei sind? Zweifellos. Und sind Kopf und Herz offen und frei, wenn man in einer offenen und freien Umgebung ist? Möglicherweise.

Und hier kommen wir zu einem Zirkelschluss, der die ganze Sache interessant macht: Um nämlich das Gefühl der Offenheit und Freiheit, das sich durch den Anblick der Landschaft aufdrängt, dingfest zu machen, zu manifestieren und erinnerbar werden zu lassen, höre ich passende Musik. Oder das, was ich vorher für eventuell passend befinde. Dann stelle ich fest, dass weit mehr Musik passend ist, als ich dachte, und höre noch ganz andere Sachen. Die Eindrücke, die die Umgebung vermittelt, bekommen den Stempel mal von sonnigem Rock und mal von schwermütiger Songwriterkunst aufgedrückt. Landschaft und Musik erhöhen sich gleichsam gegenseitig, erstere wird zu mehr als Sand und Wasser, letztere zu mehr als Tonfolgen und Rhythmus. Und alles passiert im Kopf!

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Ich stelle fest, dass Baxter Dury doch ein größeres Genie ist, als ich bisher angenommen habe.

Natürlich funktioniert dies in jedwedem Ambiente, insbesondere sind auch Geisteszustände und Stimmungslagen sowie allgemeine Lebensumstände entscheidend, die von der Musik vermittelten Gefühle zu kanalisieren und mit persönlichen Bedeutungen zu versehen, das ist ja hinlänglich bekannt. Faszinierend finde ich aber vor allem die subjektiv wahrgenommene Verbesserung des Gehörten unter den momentanen Bedingungen. Alle oben genannten Künstler wurden von mir in den letzten Tagen im Geiste schon als Genies bezeichnet (sogar ich selbst). Ich werde mir das merken. Denn wenn ich z.B. das nächste Mal auf einer nervigen Autofahrt zwischen zwei stressigen Stationen unveröffentlichte Outtakes von Billy Idol nur ganz gut finde, kann ich mich daran erinnern, zu was selbst diese Songs im richtigen Rahmen in der Lage sind. Wahrscheinlich gibt es sogar irgendeinen mir bislang unbekannt gebliebenen Rahmen, in dem ich Lieder von Roger Whittaker mögen würde. Ich muss danach aber nicht forschen, war ich doch immer ganz zufrieden damit, alles, was der Mann abgesondert hat, entsetzlich zu finden (obwohl unser letztes Album bei Spotify als Schlager eingestuft wird).

Man könnte jetzt natürlich dafür plädieren, dass jeder, dem man eine bestimmte Musik (z.B. die eigene) näher bringen möchte, doch einfach mal nach den richtigen Umständen suchen möge, unter denen er sie dann schon genial finden wird, beispielsweise erstmal an die Küste fahren (bei manchen Musikrichtungen muss man schon auch dieselben Drogen konsumieren wie die Künstler, um überhaupt die Chance für einen Zugang zu haben). Ich halte dies jedoch für verfehlt, da der kritische Blick durch einlullende Atmo ernstlich gefährdet werden kann – wie gesagt befürchte ich, dass man jedweden Mist unter irgendwelchen Bedingungen gut fände. Oder anders gesagt: Wenn jemand unsere Songs beim Schuften auf einer stinkenden Müllhalde hören und trotzdem gut finden würde, wäre dieses Lob mir besonders viel wert. Es ist dennoch empfehlenswert, Musik, die man sowieso schon irgendwie mag, mal an einen besonders reizvollen Ort, der Kopf und Herz öffnet, mitzunehmen, und dann wieder ganz neu zu erleben. Für mich jedenfalls gehört das zu den Erfahrungen, die ich im Leben besonders schätze, weswegen ich immer wieder hohe Summen dafür einsetze, sie machen zu können.2015-05-05_11-39-02_875

Unser  neues Album kommt hier besonders gut. Also erst hierher fahren, Probehören und dann Kaufentscheidung fällen.